FAQs Gemeinschaftliches Wohnen

1. Was zeichnet Gemeinschaftliches Wohnen gegenüber dem klassischen Wohnen aus?

1. Was zeichnet Gemeinschaftliches Wohnen gegenüber dem klassischen Wohnen aus?


Gemeinschaftliches Wohnen ist gegenüber dem klassischen Wohnen durch aktive nachbarschaftliche Kontakte und einen regelmäßigen Austausch im Wohnalltag geprägt. Während auch im Gemeinschaftlichen Wohnen der private Wohnraum als Rückzugsort verstanden wird, bieten die gemeinschaftlichen Anlagen Raum für alltägliche Begegnungen, gemeinsame Aktivitäten, Treffen und Veranstaltungen. Neben regelmäßigen sozialen Kontakten, gehört eine wechselseitige nachbarschaftliche Unterstützung im Alltag ganz selbstverständlich zum Gemeinschaftsleben dazu. Gegenüber dem klassischen Wohnen verfügen die Bewohnerinnen und Bewohner gemeinschaftlicher Wohnformen zudem über erweiterte Mitbestimmungs- und Mitwirkungsrechte, deren Umfang wiederum von der jeweiligen rechtlichen Konstruktion gemeinschaftlicher Wohnformen abhängt.

2. Wer wohnt in gemeinschaftlichen Wohnprojekten?

2. Wer wohnt in gemeinschaftlichen Wohnprojekten?


Menschen aller Altersstufen mit und ohne Handicap, die aktiv ihr nachbarschaftliches Zusammenleben gestalten möchten.

3. Wie viele gemeinschaftliche Wohnprojekte gibt es?

3. Wie viele gemeinschaftliche Wohnprojekte gibt es?


Es gibt derzeit keine belastbaren Studien zur Anzahl gemeinschaftlicher Wohnprojekte in Deutschland. Dies liegt zum einen daran, dass es keine einheitliche Definition für gemeinschaftliche Wohnprojekte gibt, zum anderen existiert keine zentrale Erfassung von Wohnprojekten.

4. Warum gewinnt Gemeinschaftliches Wohnenplus zunehmend an Bedeutung?

4. Warum gewinnt Gemeinschaftliches Wohnenplus zunehmend an Bedeutung?


Gemeinschaftliche Wohnformen entstehen vielfach aus einem wachsenden Bedürfnis nach sozialer Einbindung und sozialem Rückhalt. Im Prozess des gesellschaftlichen Wandels werden traditionelle Beziehungsformen und familiäre Bindungen zunehmend brüchig, was unmittelbare Auswirkungen auf den Lebensalltag vieler Menschen hat. Insbesondere in Phasen der Unterstützungsbedürftigkeit, bei Krankheit, im Pflegefall oder auch im Alter bei eingeschränkter Mobilität, braucht es Menschen im nahen Umfeld, die bereit sind zu helfen und Verantwortung in ihrem sozialen Nahbereich zu übernehmen. Gemeinschaftliches Wohnen fördert die wechselseitige Unterstützung im sozialen Wohnumfeld und trägt damit zur Entlastung von Familien bei, die heute aufgrund wachsender Mobilitätsanforderungen und doppelter Erwerbstätigkeit vielfach nicht mehr oder zumindest nur noch in Teilen im Stande sind, traditionelle Sorgeaufgaben zu übernehmen. Auch der demografische Wandel wirkt sich inzwischen unmittelbar auf die Lebensumstände aus. Klar ist, dass es einer großen kollektiven Anstrengung bedarf, um Menschen ein selbstbestimmtes und würdevolles Leben in der Mitte der Gesellschaft im Alter und bei Hilfe- und/oder Pflegebedürftigkeit zu ermöglichen. Eine wachsende Zahl an alternden Menschen steht einer verhältnismäßig geringer werdenden Anzahl an jungen Menschen gegenüber. Daraus ergeben sich besondere Herausforderungen für die Finanzierung und Organisation von Wohnen, Pflege und Betreuung. Im Gemeinschaftlichen Wohnen stellen sich Menschen bereits heute diesen Herausforderungen, indem sie ein unterstützendes Wohnumfeld schaffen und füreinander Verantwortung übernehmen. Dies geschieht durch lebendige Nachbarschaften, organisierte Hilfen im Alltag und – diese Form ist vergleichsweise jung, erfreut sich aber zunehmender Popularität – durch die Integration von Pflege- und Unterstützungsangeboten wie beispielsweise Tagespflegeeinrichtungen oder ambulant betreuten Pflege-Wohn-Gemeinschaften in das Gemeinschaftliche Wohnen.

5. Welche Fördermöglichkeiten für Gemeinschaftliches Wohnen gibt es?

5. Welche Fördermöglichkeiten für Gemeinschaftliches Wohnen gibt es?


Viele Länder haben im Rahmen der sozialen Wohnraumförderung auch für Wohnprojekte die Möglichkeit geschaffen, günstige Darlehen und Tilgungszuschüsse zu erhalten. Beratungsstellen für Gemeinschaftliches Wohnen gibt es eher im westlichen Teil der Republik und den Stadtstaaten.

Einige Länder fördern darüber hinaus mit speziellen Programmen Projekte, die sich ins Quartier und Nachbarschaft öffnen. Auch Wohn-Pflegeformen werden bezuschusst.

Weitere Informationen zu Fördermöglichkeiten erhalten Sie in der WIN Förderdatenbank.

6. Können auch Menschen mit Handicap gemeinschaftlich Wohnen?

6. Können auch Menschen mit Handicap gemeinschaftlich Wohnen?


In der Praxis entstehen in vielen Projekten mehrere barrierefreie Wohnungen allein dadurch, dass immer mehr Wohnprojekte und Wohngruppen für die Generation 60+ entstehen. Zudem wird auch in diesem Punkt via Konzeptvergabe kommunal gesteuert, indem Projekte mit barrierearmer/barrierefreier Bauweise bevorzugt ausgewählt werden. Neben den baulichen Voraussetzungen bieten die guten Kontakte zwischen den Bewohnerinnen und Bewohnern die Möglichkeit zu gelebter Inklusion. Diversität ist akzeptiert, viele Wohnprojekte sehen in der Konzeption ihres Projektes auch die Vermietung an Menschen mit Behinderung und/oder geistiger Einschränkung vor.

 

Fragebogen „Sind Sie ein gemeinschaftlicher Wohntyp?“

Auch wenn der Wunsch groß ist gemeinschaftlich zu wohnen und man am liebsten sofort mit der Umsetzung starten möchte, sollte die Entscheidung vorab gut überlegt sein. Der Fragebogen des Netzwerks Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen gibt erste Orientierung.

Sie möchten mehr erfahren über gemeinschaftliche Wohnformen und wie diese umgesetzt werden? Stöbern Sie im WIN Lernbereich.